Rettet das Marchfeldgemüse: Über 100.000 Menschen kämpfen für heimische Lebensmittel

von Alexandra Otto 27/10/2026
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Rettet das Marchfeldgemüse: Über 100.000 Menschen kämpfen für heimische Lebensmittel

Erbsen, Karotten, Spinat und Bohnen aus dem Marchfeld könnten bald aus den Tiefkühlregalen verschwinden - und nach der angekündigten Schließung des Ardo-Werks in Groß-Enzersdorf wächst die Sorge um die Zukunft des regionalen Gemüseanbaus. Eine Online-Petition hat innerhalb nur einer Woche bereits mehr als 100.000 Unterstützer mobilisiert.

Das Marchfeld gilt als eine der wichtigsten Gemüseanbauregionen Österreichs. Doch ausgerechnet dort steht die Zukunft des heimischen Tiefkühlgemüses auf dem Spiel. Mit der geplanten Schließung des Ardo-Werks in Groß-Enzersdorf droht zahlreichen Bauernfamilien ein entscheidender Abnehmer wegzubrechen. Ohne eine nahegelegene Verarbeitungsmöglichkeit könnte sich der Anbau von Gemüse für die Tiefkühlproduktion künftig wirtschaftlich nicht mehr lohnen.

Über 100.000 Unterschriften in nur einer Woche

Die Sorge um regionale Lebensmittel hat eine bemerkenswerte Welle der Unterstützung ausgelöst. Auf der Petitionsplattform mein.aufstehn.at haben innerhalb einer Woche mehr als 100.000 Menschen die Initiative „Rettet das Tiefkühlgemüse aus dem Marchfeld“ unterzeichnet. Ins Leben gerufen wurde die Petition von Irene Lubomersky, einer 68-jährigen pensionierten Lehrerin. Sie fordert die Politik auf, rasch Maßnahmen zur Sicherung der heimischen Tiefkühlgemüseproduktion zu ergreifen. „Im Marchfeld bei Wien wachsen Erbsen, Bohnen, Spinat und Karotten für unser Tiefkühlgemüse. Mit der Schließung des Ardo-Werks droht der Anbau dieser regionalen Lebensmittel zu verschwinden“, warnt Lubomersky.

Was passiert mit dem Gemüse aus dem Marchfeld?

Für viele landwirtschaftliche Betriebe geht es um weit mehr als den Verlust eines einzelnen Abnehmers. Tiefkühlgemüse muss nach der Ernte rasch verarbeitet werden, weshalb regionale Verarbeitungsstandorte eine zentrale Rolle spielen. Fällt das Werk in Groß-Enzersdorf weg, stellt sich für zahlreiche Bauernfamilien die Frage, ob und unter welchen Bedingungen sie ihre Produktion fortsetzen können. Damit steht auch ein wichtiger Teil der regionalen Lebensmittelversorgung auf dem Spiel. Als mögliche Lösung bringt die Initiatorin die Unterstützung eines neuen Verarbeitungswerks oder eines Zusammenschlusses der betroffenen Bauernfamilien ins Gespräch. Bund und Land könnten entsprechende Projekte finanziell begleiten.

Ein starkes Signal für regionale Lebensmittel

Mehr als 100.000 Unterschriften innerhalb weniger Tage zeigen, wie groß das öffentliche Interesse am Erhalt regionaler Lebensmittelproduktion ist. Die Petition richtet sich daher nicht nur gegen den drohenden Verlust eines Produktionsstandorts, sondern soll auch eine politische Diskussion über die langfristige Zukunft des österreichischen Tiefkühlgemüses anstoßen. Ob eine tragfähige Lösung für das Ardo-Werk und die betroffenen Bauernfamilien gefunden werden kann, ist derzeit offen. Klar ist jedoch: Die Unterstützung für das Marchfeldgemüse wächst. Hier geht es zur Petition: Rettet das Tiefkühlgemüse aus dem Marchfeld