Steirische Nektarinen: Große Nachfrage, kleine Ernte

von Alexandra Otto 01/09/2026
News
Steirische Nektarinen: Große Nachfrage, kleine Ernte

Mehr als 90 Prozent der in Österreich verkauften Nektarinen und Pfirsiche kommen aus dem Ausland. Einer, der das ändern möchte, ist Matthias Lammer aus Albersdorf-Prebuch an der steirischen Apfelstraße. Seit 2018 experimentiert der gelernte Obstbauer mit der sensiblen Frucht und produziert heute als einziger Bauer in Österreich Nektarinen in größerer Menge für den Lebensmittelhandel.

„Man muss ein bisserl verrückt sein und kreativ, wenn man sich ausgerechnet an die sensible Nektarine heranwagt. Auch finanziell ist es ein großes Risiko“, erklärt Matthias Lammer, der bereits mehrere hunderttausend Euro in die Steinobstproduktion investiert hat. Denn die Herausforderungen sind groß: Nektarinen reagieren empfindlich auf Witterung, Schädlinge und Trockenheit - und heuer hat die Dürre bis zu 60 Prozent der Ernte vernichtet. Trotzdem blickt Lammer optimistisch nach vorne. Die Nachfrage nach regionalem Obst ist hoch - und genau darin liegt die Chance für seine steirischen Nektarinen, die bei BILLA und BILLA PLUS erhältlich sind. 

Ein zentraler Teil seiner Arbeit ist der Fokus auf gesunde Pflanzen und einen möglichst reduzierten Einsatz von Pestiziden. Seit vielen Jahren arbeitet Lammer dafür mit der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 zusammen. Im Rahmen des Pestizid-Reduktionsprogramms, das in Kooperation mit der BILLA-Mutter REWE umgesetzt wird, gelten strenge Grenzwerte für Obst und Gemüse. „Wir möchten, dass gesundes Obst und Gemüse mit wenig bis gar keinen Rückständen in den Supermarktregalen landet und arbeiten intensiv mit den Bauern und Bäuerinnen zusammen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen“, sagt Kurt Stockinger, Agrartechniker im Pestizid-Reduktionsprogramm von GLOBAL 2000.

Lammer setzt dabei vor allem auf vorbeugende und natürliche Methoden. Ziel ist es, die Pflanzen vital durch die Saison zu bringen. „Es ist wie bei den Menschen: Wenn man ein gesundes Immunsystem hat, wird man nicht immer Medikamente brauchen“, erklärt er. Ein gesunder Boden spielt dabei eine entscheidende Rolle: Er kann die Pflanzen widerstandsfähiger machen und ihre Anfälligkeit gegenüber Schädlingen wie der Reiswanze oder der gefleckten Baumwanze reduzieren. Für den heimischen Handel sind österreichische Nektarinen eine besondere Nische. Rund 33.500 Tonnen Pfirsiche und Nektarinen werden jedes Jahr in Österreich gegessen, der Großteil davon stammt aus Spanien, Italien und anderen Ländern. In guten Jahren kann Lammer mehr als 250 Tonnen Nektarinen produzieren und damit zeigen, dass auch diese Frucht regional möglich ist.